Kleiner Ostergruß 2020

Liebe Gemeinde,

unser Alltag hat sich zurzeit drastisch verändert. Es ist sehr still geworden. Wir können alternative Angebote nutzen, um Gemeinschaft auf anderen Wegen zu ermöglichen. Hinweise dazu finden Sie auf der Internetseite des Kirchenkreises Hagen (www.kirchenkreis-hagen.de).

Durch Corona verändert sich zwar vieles, es ist aber nicht alles abgesagt…

Gespräche sind nicht abgesagt

Beziehungen sind nicht abgesagt

Liebe ist nicht abgesagt

Freude ist nicht abgesagt

Solidarität ist nicht abgesagt

Innehalten ist nicht abgesagt

Zusammenhalt ist nicht abgesagt

Dankbarkeit ist nicht abgesagt

Fürsorge ist nicht abgesagt

Selbstfürsorge ist nicht abgesagt

Leben ist nicht abgesagt

Hoffnung ist nicht abgesagt

 

Viele Grüße und bleiben Sie gesund,

Ihre Kirchengemeinde Herdecke

Gottesdienste

fallen zurzeit leider aus...

Stattdessen hat unserer Pfarrer die Predigt für Palmsonntag geschrieben:

 

Predigt zu Markus 14, 3-9

 

Zwei Tage ist es nun her. Jesus war auf einem Esel in die Stadt Jerusalem geritten. Die Menschen jubelten ihm zu, legten Kleider und Palmzweige auf den Weg und riefen laut Hosianna. Wie einem König huldigten sie ihm, der ohne Krone und Königsmantel in die Stadt kam um das Passahfest zu feiern.

2 Tage später und zugleich 2 Tage vor dem Fest kommen mächtige Männer mit unterschiedlichen Interessen an einem unbekannten Ort zusammen. Sie habe ein Ziel: Dieser Jesus muss weg. Er muss sterben, so schnell es geht. Auf jedem Fall vor dem Passahfest – sonst kommt es zu Unruhen.

Judas, einer der zwölf Jünger, geht zu den Hohenpriestern. Er ist bereit, Jesus zu verraten. Was ihn dazu bewegte – wir wissen es nicht. Die Hohenpriester jedenfalls sind froh und versprechen ihm Geld. 30 Silberlinge soll er später bekommen haben.

Jetzt, wo Geld im Spiel ist und auf die Gegenleistung wartet, läuft die Geschichte zwangsläufig weiter. Keine 2 Tage später wird sie ihren traurigen Tiefpunkt finden. Die dunklen Wolken ziehen sich zusammen.

Der Evangelist Markus jedoch unterbricht den Gang der Geschichte, schneidet sie mitten durch in 2 Hälften. Die Unterredung der Hohenpriester – das Angebot des Judas, dazwischen wechselt der Schauplatz und die Szene. 2 Kilometer außerhalb Jerusalems in Bethanien sitzt Jesus im Hause Simons des Aussätzigen. Und hier fällt ein Licht in die dunklen Wolken des Todes.

 

Markus 14, 3-9 Die Salbung in Betanien

3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt.

4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 

5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.

6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.

7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.

8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.

9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

 

Hier im Haus des Simon, wo Jesus mit seinen Jüngern am Tisch sitzt, ist augenscheinlich nichts von der Verschwörung im nahen Jerusalem zu spüren.

Dann kommt eine Frau, deren Name uns nicht bekannt ist, in den Raum. Unbemerkt nähert sie sich Jesus, öffnet eine Flasche mit kostbarem Öl und leert sie über den Haaren von Jesus.

Es gehört Mut dazu, so viel zu schenken. Alle sehen, alle ahnen: das kostbare und köstliche Nardanöl, das Beste vom Besten, es drückt Liebe und Zuneigung aus. Die Frau gibt alles, einen Jahresverdienst, ihre Lebensversicherung, alles was sie hat. Alles setzt sie ein. Sie verteilt das Öl. Sie berechnet nicht, sie wägt nicht ab, sie fragt nicht. Sie tut es aus Liebe.

Liebe berechnet nicht. Liebe wägt nicht ab. Liebe fragt nicht.

Die Anwesenden im Raum empören sich. 300 Silbergroschen. Ein Jahresverdienst. Und schon damals gab es Arme. Jeder Atemzug ein Tagesverdienst. Wieviel Brot und Fisch hätte man dafür für die Notleidenden kaufen können?

Verwunderlich, dass Jesus, der sich doch immer für die Armen eingesetzt hat, hier die Frau in Schutz nimmt. „Lasst sie in Frieden. Sie hat ein gutes Werk an mir getan.“

Während die einen das soziale Argument vorschieben, hat diese Frau erkannt, dass in diesem Augenblick, 2 Tage vor Karfreitag, Jesus selber der Arme ist. In ihrer verschwenderischen Liebe salbt sie einen Todeskandidaten. Sie setzt sich ganz und gar für ihn ein.

Indem Jesus sie unterstützt, schenkt er uns einen weiten Blick, auf die Armen in unserer Mitte, auf die Frau, die so weit gegangen ist. Wo das Evangelium gepredigt wird, da wird man auch an diese namenlose Frau denken und das, was sie getan hat. Sie hat die Salbung vorweggenommen, die die Frauen am Ostermorgen tun wollten, um Abschied zu nehmen. Hier ist sie ein Zeichen, das den Tod überdauert. Ein Zeichen der Liebe, die stärker ist als der Tod, als sich die Mächte des Todes anschicken, diese Liebe aus der Welt zu drängen.

Jesus lobt ihren Liebesdienst, der seinen Liebesdienst an uns Menschen andeutet. Denn auch er hat das wertvollste und kostbarste gegeben. Für die Frau, für die Männer im Raum, für jeden von uns Menschen. Für diesen Liebesdienst gibt es keine Erklärung. Er ist verschwenderisch, unsinnig, grenzenlos.

Der Duft des Öls, die verschwenderische Liebe, all das wird Jesus durch die Leidenszeit tragen. Diese Geschichte ist ein Lichtschein in den dunklen Geschehen der Karwoche. In dieser Geschichte ist die Auferstehung im Keim angelegt. Aus Jesus, dem Todeskandidaten, wird Christus, der Auferstandene Gekreuzigte.

Das ist die verwandelnde Kraft der Liebe Gottes, die auch mich tragen möchte. Amen.

Pfarrer Christoph Gerdom

 

 

 

 

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Presbyterium

 

 

Unser Presbyterium besteht zur Zeit aus:

-             Undine Ampler

-          Helga Bendick

-             Holger Frohne

-          Jochen Gröne

-              Irmhild Käding

-              Annegret Lüder

-              Frank Schasse

-              Thomas Schröter

-              Juliane Schützmann

-              Karin Sprang